Inside the peloton: Aurélie Delwaide
GFNY – How Cycling Helped Aurélie Find Her Way Back
(German below)

A few years ago, I went through a period of depression. During that time, I felt rather lonely and found it difficult to find a sense of meaning in what I was doing. Cycling became much more than just a sport. It gave me something to look forward to and a reason to keep going on days when that wasn’t easy.
One of the biggest things cycling gave me was structure. By signing up for events and setting specific goals, I always had something to work towards. I knew that going outside, exercising, and building healthy routines would help me, but when you’re struggling mentally, those are often the exact things you don’t feel like doing. Having a goal made it easier to take those first steps anyway. Every training ride, no matter how short or slow, felt like progress—not only towards an event, but also towards feeling better.
Another thing that made a huge difference in dealing with my depression was the people I met through cycling. I joined a cycling holiday and met an incredible group of people who shared the same passion. They believed in me long before I believed in myself, encouraged me to keep challenging myself, and showed me that I was capable of much more than I ever thought. I can even call some of them my best friends today. Cycling has a unique way of bringing people together, and the friendships, encouragement, and sense of community reminded me that I wasn’t alone. Looking back, those connections helped me just as much as the riding itself.
Today, cycling plays a huge role in my life. I still love setting ambitious goals and challenging myself, not because I have something to prove to anyone else, but because I want to discover what I’m capable of and prove to myself that I can do things I never imagined possible a year earlier. Every challenge I complete reminds me that I’m capable of more than I often think. Over the years, cycling has given me confidence not only on the bike, but also in everyday life. It has taught me to trust myself, to keep going when things feel difficult, and to believe that small, consistent steps can lead to achievements that once seemed impossible. Every event gives me a new reason to train, improve, and keep growing.
I was supposed to ride GFNY Bremen last year, but only a few weeks before the event I crashed and broke my collarbone. Missing the event was a real disappointment because I had been looking forward to my first GFNY for such a long time.
The first weeks after surgery, I wasn’t allowed to ride at all. I quickly realised just how important cycling had become to me, both physically and mentally. When I was finally allowed to ride on the indoor trainer again, even if it was only for ten minutes, I actually started crying with relief. That moment made me realise just how much cycling meant to me. From there, every little step forward became a victory. First a few minutes on the trainer, then a short ride outside, and slowly building everything back up again.
Instead of focusing on what I couldn’t do yet, cycling helped me focus on what I could do. Every small improvement gave me something positive to hold on to. It shifted my attention away from the frustration of being injured and towards the excitement of making progress again.
Being able to finally ride GFNY Bremen this year means a lot to me. It’s more than just another event. It feels like finally closing a chapter that was left unfinished, and it’s a reminder of everything cycling has given me over the past few years: structure, friendships, resilience, self-belief, and countless moments of happiness.
A few weeks ago, someone gave me what might be the most beautiful compliment I have ever received. He told me that he didn’t know anyone who radiates as much joy and happiness on the bike as I do. That meant so much to me, because cycling truly brings me so much happiness. Knowing that this passion and joy I feel when I ride is something that other people can see as well is incredibly special. It reminds me of how far cycling has brought me and how something that once helped me through one of the most difficult periods of my life has become such a positive and meaningful part of who I am today.
If there’s one thing cycling has taught me, it’s that even the smallest steps forward can eventually take you further than you ever imagined.
I’m really looking forward to finally being on the start line in Bremen.
Instagram Aurélie: @velaurelie.rides

German:
Vor einigen Jahren durchlebte ich eine Phase der Depression. In dieser Zeit fühlte ich mich oft einsam und hatte Schwierigkeiten, einen Sinn in dem zu finden, was ich tat. Das Radfahren wurde für mich viel mehr als nur ein Sport. Es gab mir etwas, worauf ich mich freuen konnte, und einen Grund, auch an den Tagen weiterzumachen, an denen das alles andere als einfach war.
Eines der größten Geschenke, die mir das Radfahren gemacht hat, war Struktur. Indem ich mich für Veranstaltungen anmeldete und mir konkrete Ziele setzte, hatte ich immer etwas, worauf ich hinarbeiten konnte. Ich wusste, dass Bewegung an der frischen Luft, Sport und gesunde Routinen mir helfen würden. Doch wenn man mental kämpft, sind genau das oft die Dinge, zu denen man sich am wenigsten aufraffen kann. Ein klares Ziel machte es leichter, trotzdem die ersten Schritte zu gehen. Jede Trainingseinheit – egal wie kurz oder langsam sie war – fühlte sich wie ein Fortschritt an. Nicht nur in Richtung eines Rennens, sondern auch auf dem Weg zurück zu mir selbst.
Ein weiterer wichtiger Teil meiner Heilung waren die Menschen, die ich durch das Radfahren kennengelernt habe. Bei einer Radreise traf ich eine unglaubliche Gruppe von Menschen mit derselben Leidenschaft. Sie glaubten an mich, lange bevor ich selbst an mich glauben konnte. Sie ermutigten mich, mich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, und zeigten mir, dass ich viel mehr schaffen konnte, als ich jemals für möglich gehalten hätte. Einige von ihnen gehören heute zu meinen engsten Freunden. Der Radsport verbindet Menschen auf eine ganz besondere Weise. Diese Freundschaften, die Unterstützung und das Gemeinschaftsgefühl erinnerten mich daran, dass ich nicht allein war. Rückblickend haben mir diese Beziehungen genauso sehr geholfen wie das Radfahren selbst.
Eigentlich wollte ich bereits im vergangenen Jahr beim GFNY Bremen starten. Doch nur wenige Wochen vor dem Rennen stürzte ich und brach mir das Schlüsselbein. Das Rennen zu verpassen war eine große Enttäuschung, denn ich hatte mich schon so lange auf meinen ersten GFNY gefreut.
In den ersten Wochen nach der Operation durfte ich überhaupt nicht Rad fahren. Erst da wurde mir bewusst, wie wichtig das Radfahren für mich geworden war – sowohl körperlich als auch mental. Als ich schließlich wieder auf die Rolle durfte, auch wenn es nur zehn Minuten waren, musste ich vor Erleichterung weinen. In diesem Moment wurde mir klar, wie viel mir das Radfahren bedeutet. Von da an fühlte sich jeder kleine Fortschritt wie ein Sieg an: erst ein paar Minuten auf der Rolle, dann eine kurze Ausfahrt draußen und schließlich Schritt für Schritt zurück zu meiner alten Form.
Anstatt mich darauf zu konzentrieren, was ich noch nicht konnte, half mir das Radfahren, den Blick auf das zu richten, was bereits möglich war. Jede kleine Verbesserung gab mir neue Hoffnung. Es lenkte meinen Fokus weg von der Frustration über die Verletzung und hin zur Freude darüber, wieder Fortschritte zu machen.
Dieses Jahr endlich beim GFNY Bremen an den Start gehen zu können, bedeutet mir unglaublich viel. Es ist viel mehr als nur ein weiteres Rennen. Es fühlt sich an, als würde ich endlich ein Kapitel abschließen, das noch offen war. Gleichzeitig erinnert es mich an alles, was mir das Radfahren in den vergangenen Jahren geschenkt hat: Struktur, Freundschaften, Widerstandskraft, Selbstvertrauen und unzählige Momente voller Glück.
Vor ein paar Wochen machte mir jemand vielleicht das schönste Kompliment meines Lebens. Er sagte, er kenne niemanden, der auf dem Fahrrad so viel Freude und Glück ausstrahle wie ich. Das hat mich unglaublich berührt, denn Radfahren macht mich wirklich glücklich. Zu wissen, dass andere diese Freude und Leidenschaft sehen können, ist etwas ganz Besonderes. Es erinnert mich daran, wie weit mich das Radfahren gebracht hat und wie etwas, das mir einst durch eine der schwersten Zeiten meines Lebens geholfen hat, heute ein so positiver und bedeutender Teil meiner Persönlichkeit geworden ist.
Wenn mir das Radfahren eines beigebracht hat, dann dies: Selbst die kleinsten Schritte nach vorne können dich irgendwann viel weiter bringen, als du es dir jemals vorgestellt hast.
Ich freue mich riesig darauf, endlich in Bremen an der Startlinie zu stehen.



